lördag, juli 14

Der Runenstein von Rök (Rökstenen)

Der Rökstenen, der Runenstein von Rök, ist, neben dem Karlevistenen (Karlevistein), einer der bekanntesten und interessantesten Runensteine der schwedischen Geschichte. Der Stein, dessen ursprünglicher Standort nicht bekannt ist, befindet sich heute an der Kirche des Ortes Rök, der in der Nähe von Linköping liegt.

Der Rökstenen ist insgesamt 382 Zentimeter hoch, 138 Zentimeter breit und misst an der dicksten Stelle 43 Zentimeter. Allerdings ragen nur 257 Zentimeter des Runensteines aus dem Boden. Auf dem Stein findet man insgesamt 750 Runenzeichen, was dazu führte, dass man den Text als das älteste schwedische literarische Dokument betrachtet, auch wenn die Deutung des Inhalts bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Der Runenstein von Rök, der seine Bezeichnung nach dem Ort, an dem er gefunden wurde, bekam, stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts, kann aber auch etwas älter sein. Die Datierung erfolgte auf Grund der altnordischen Sprache, die der Verfasser des Textes anwandte und sich sehr deutlich von jener des folgenden Jahrhunderts unterscheidet. Hinzu kommt, dass der Text in Futhark mit 16 Zeichen verfasst wurde, was die Lektüre bedeutend erschwert. Ein anderer Grund, warum man annimmt, dass der Rökstenen aus dem neunten Jahrhundert kommt, ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Geschichtsforscher annimmt, dass es sich bei Tjodrik, der in der Inschrift genannt wird, eigentlich Theoderich den Großen handelt, der ab 471 der König der Ostrogoterna (Ostgoten) war, die im Laufe der Völkerwanderung bis an die Ostsee gelangten.

Der Rökstenen wäre ohne den Runenforscher Johannes Bureus eventuell ganz verloren gegangen, da der Runenstein von Rök im 12. Jahrhundert in eine Lagerhaus für die Steuern (den Zehnten) eingemauert wurde und anschließend Teil der alten Kirchenmauer wurde. Wenn daher Johannes Bureus nicht eine Zeichnung des Runensteines angefertigt hätte, so wäre er im folgenden Jahrhundert nicht von mehreren Runenforschern der Zeit aufgesucht worden, zumal der Stein so eingemauert war, dass der Haupttext unsichtbar war. Die wichtigste Inschrift wurde allerdings erst 1843 entdeckt, als die alte Kirche abgerissen wurde. Seinen heutigen Platz bekam der Rökstenen jedoch erst 1933, als man die Runensteine mit der höchsten Kultur des alten Schwedens verknüpfte und sie deutlich sichtbar aufgestellt wurden.

Über den tatsächlichen Text des Steines sind sich Runenforscher allerdings bis heute nicht einig, da die Trennungszeichen der Worte fehlen und bei dieser Art der Schreibweise (16 Runenzeichen) mehrere Buchstaben gleich geschrieben werden, aber eine unterschiedliche Bedeutung haben können. Einig ist man sich im Grunde nur darüber, dass auf dem Runenstein ein Teil der schwedischen Geschichte und/oder der nordischen Mythologie zu finden ist und der Text von einem damaligen Könner geschrieben und eingeschlagen wurde.

Nach dem Buch „Om hjältesagan å Rökstenen“ behauptet Viktor Rydberg, dass alle Namen, die auf dem Rökstenen genannt werden in der isländischen Sage „Ragnar Lodbrok“ vorkommen. Er schließt daher darauf, dass die Deutung des Textes im Zusammenhang mit der nordischen Mythologie gesucht werden muss und weniger bei einer tatsächlichen geschichtlichen Handlung.

Die Deutung, die man heute neben dem Rökstenen lesen kann und gegenwärtig am häufigsten verbreitet wird, stammt vom Sprachwissenschaftler Elias Wessén, der den Text im Jahre 1958 deutete, wobei diese Interpretation allerdings von zahlreichen gegenwärtigen Sprachwissenschaftler angezweifelt wird, da Wessén bei der Deutung zu mathematischen Sprachmodellen griff, die, ihrer Meinung nach, nicht auf Texte der späten Eisenzeit angewendet werden können. Einige Wissenschaftler meinen auch, dass Wessén bei seiner Übersetzung nicht am Beginn des Textes zu lesen begannt, sondern die falsche Seite als Grundlage nahm.

Nachdem Runenzeichen jedoch oft nicht nur in ihrer wörtlichen Bedeutung gesehen werden dürfen, sondern auch als mythologische Symbole und zudem bisher keinerlei andere Texte dieser Art gefunden wurden, was die Deutung vereinfachen könnte, wird man auch in Zukunft die Bedeutung des Steines und seines Textes nur „raten“ können. Vielleicht bleibt dabei auch seine ursprüngliche Bedeutung verborgen. Sicher ist bisher nur, dass Varin diesen Stein für seinen Sohn Vämud errichten ließ, zwei Personen, die man in der schwedischen Geschichtsschreibung nicht finden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

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